Historisches
Besonders in durch den Bergbau geprägten
Gemeinden und Städten wie Oberhohndorf, Schedewitz, Bockwa
oder auch Planitz, die heute zur Stadt Zwickau gehören, gab
es schon Ausgang des 19. Jahrhundert eine starke Sozialdemokratie.
So vertraten führende Sozialdemokraten wie z.B. Robert Müller
(Landtagsabgeordneter) oder Karl-Wilhelm Stolle (Reichstagsabge-
ordneter) schon vor bzw. während des 1. Weltkrieges die Interessen
der Menschen der Region.
Viele Straßennahmen erinnern an Sozialdemokraten. Um nur einige
zu nennen:
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Robert
Müller |
leitender
Redakteur des "Sächsischen Volksblattes", Landtagsabgeordneter
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Karl-Wilhelm
Stolle |
1869 Mitbegründer
der Eisenacher Partei,
1881 bis 1887 und von 1890 bis zu seinem Tode 1918 Reichstagsabge-
ordneter |
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Eine starke Verankerung in der Bevölkerung
erzielte die SPD durch ihre aktive Teilnahme am Vereinsleben. So
gab es z.B. eine enge Verzahnung mit den Gewerkschaftsverbänden.
Eine weitere große Rolle spielte der Konsumverein der auf
Anregung von Mitglieder der SPD gegründet wurde. Eine wichtige
Rolle hatte dabei Ernst Wilhelm Möckel, der eng mit Wilhelm
Stolle befreundet und Duzfreund von August Bebel war. Dessen Enkel
wohnt in Zwickau und wurde nach der Wende wieder Mitglied der SPD.

Im Gegensatz zu den Umlandgemeinden
gelang es Sozialdemokraten in der damaligen Stadt Zwickau erst spät,
Vertreter in die Stadtver- ordnetenversammlung zu entsenden. Am
20.11.1911 war es dann soweit, mit
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Hermann Schmidt |
(Lagerhalter) |
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Leopold Bresslauer |
(Redakteur) |
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Robert Müller |
(Redakteur) |
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Paul Irmscher |
(Geschäftsführer) |
zogen die ersten Sozialdemokraten
in die Stadtverordnetenversammlung ein. Die Mitgliedschaft in diesem
Gremium währte bis zur Machtübernahme durch die Nazis.
Stadtverordnete und Stadträte der SPD spielten immer eine wichtige
Rolle.

Der letzen Sitzung am 15.03.1933 blieben
die Vertreter der SPD fern: an diesem Tag bekamen Hitler und Hindenburg
in einer gemeinsamen Sitzung von Stadtrat und Stadtverordnetenversammlung
die Ehrenbürgerrechte übertragen. Am 23.03.1933 mussten
die Stadtverordneten der SPD ihre Ämter niederlegen.
Die letzten Sozialdemokraten im Stadtrat und Stadtverordnetenfraktion
waren
Stadtrat:
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Max Herold |
(Krankenkassenangestellter) |
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Paul Irmscher |
(Geschäftsführer i. R.) |
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Willy Sacher |
(Angestellter) |
Stadtverordnetenversammlung:
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Bauer, Walter |
(Bergarbeiter) |
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Grießer,
Oskar |
(Geschäftsführer) |
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Heß, Willy |
(Geschäftsführer) |
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Möckel,
Oskar |
(Angestellter) |
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Reichel, Emil |
(Angestellter) |
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Schippel, Hans |
(Volksschullehrer) |
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Stopp, Klara |
(Vorarbeiterin) |
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Uhlemann, Kurt |
(Metallgießer) |
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Wagner, Otto |
(Zimmermann) |
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Weber, Friedrich |
(Berufsschuloberlehrer) |
Am 31.03.1933 führte das Inkrafttreten des "Ersten
Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder" zur Auflösung
des Stadtverordnetenkollegiums.
Nach dem Ende der Naziherrschaft befanden sich auch
in Zwickau wieder Sozialdemokraten unter denen, die sich für
den Aufbau demokratischer Verwaltungsstrukturen einsetzen. Durch
den Abzug der Amerikaner wurden jedoch viele, die sich dem neuen
Gewaltsystem nicht beugen wollten, wieder verfolgt. Gefängnis
oder Flucht waren die Folge.
Erst nach der ersten freien Kommunalwahl am 6. Mai
1990 gibt es wieder Sozialdemokraten in der Zwickauer Stadtverordnetenversammlung. |